My internship in Nepal

Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr den Weg zu meinem Blog gefunden habt.

Ich habe mich entschieden mein sozialpädagogisches Praktikum, das zu meiner Ausbildung zum Fachabitur Sozialwesen gehört, bei der Organisation „Hands with Hands“ (www.handswithhands.com/de) zu absolvieren. Diese Organisation hat in Nepal verschiedene Waisenhäuser und Schulen errichtet. Daneben unterstützt sie Frauen mit Mikrokrediten, damit sie eigene Unternehmen eröffnen und so ihren Lebensunterhalt verdienen können. Diese Organisation arbeitet nach dem Motto „Gib das Netz, nicht den Fisch“. Auf der Basis von diesem Grundprinzip unterstützt sie die Menschen in Nepal so, dass sie sich nachhaltig selbst helfen können.

Nach einer 8-wöchigen Vorbereitungszeit in Deutschland (Recherchen über das Leben in Nepal, Texte für die Organisation „Hands with Hands“ schreiben, Impfungen, Visum beantragen, Ausrüstung besorgen usw.) bin ich seit dem 30.März nun endlich in Nepal. Ich werde hier einen Teil meiner Zeit mit Kira Kay, der Leiterin der Organisation „Hands with Hands“, einige ihrer Projekte besuchen. Den anderen Teil meiner Zeit hier, werde ich in einem der Kinderheime in der Nähe von Kathmandu mitarbeiten.

Nepal – Land der Kontraste

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt und vor knapp einem Jahr erschütterte ein schweres Erdbeben dieses wundervolle Land. Davon wurden auch die Projekte von „Hands with Hands“, unter anderem mehrere Kinderheime und Schulen getroffen. Diese wurden zerstört, oder schwer beschädigt und ein Teil der Kinder lebt nach einem Jahr immer noch in Zelten. Hier fehlt es an vielen Dingen, die ein gesundes Leben und Lernen der Kinder ermöglicht.

Dieser Blog  soll helfen

Bei der Frage, wie ich diese Projekte, bzw. die Menschen in diesen Projekten, wirklich unterstützen könnte, kam mir die Idee einen Blog einzurichten.

Ich schreibe diesen Blog aus zwei Gründen. Zum Einen, um von meinen Abenteuern in Nepal zu berichten und euch so auf dem Laufenden zu halten. Zum anderen hoffe ich, dass euch meine Berichte nicht „kalt“ lassen – und ihr mir helft, den Kindern zu helfen. Und das könnt ihr tun, indem der Organisation „Hands with Hands“ Geld spendet. Mit diesem Geld werde ich das tun, was ich kann und was hier gerade am dringendsten gebraucht wird.

Ich selber mag es normalerweise gar nicht, Menschen nach Geld zu fragen und habe mir Gedanken darüber gemacht was meine Gegenleistung sein kann, damit ihr auch etwas davon habt und es ein Austausch wird. – Daher die Idee zu diesem Blog.

Ich freue mich natürlich auch, wenn ihr meiner Geschichte so folgt, ohne dass ihr etwas spendet. Allerdings: falls ihr schon immer was spenden wolltet und euch nie sicher wart, wo genau das Geld hinfließt, habt ihr hier die Chance euch sicher zu sein, dass es auch wirklich da ankommt, wo es gebraucht wird.

Ich werde versuchen, euch immer auf dem Laufenden zuhalten, damit ihr seht, was mit eurem Geld passiert und dass es die Menschen in Not erreicht. Auf der Website von „Hands with Hands“ findet ihr eine wish-list, mit all den Dingen, die zur Zeit am dringendsten benötigt werden und wofür euer Geld höchst wahrscheinlich genutzt werden wird.

Mehr Informationen zum Spenden: hier

Warum und wofür ich diese Reise mache

Hier eine kurze Einleitung warum und wofür ich diese Reise mache und wie alles zustande kam.

Für alle, die es noch nicht wissen: ich mache zur Zeit mein Fachabitur im Bereich Sozialwesen in Berlin. Zu dieser Ausbildung gehört ein 6-monatiges sozialpädagogisch Praktikum. Da es an meiner Schule möglich ist, dieses auch im Ausland zu absolvieren, habe ich mich entschieden das auch zu tun. Ich liebe das Reisen und wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen.

Eine der Bedingungen, damit das möglich wurde, ist, dass ich alles selber organisieren und finanzieren muss. Ich finde es sehr schade, dass meine Schule mich bei meinem Vorhaben nicht finanziell unterstützt…. Doch das konnte mich nicht aufhalten. Ich werde nach der Schule eh wieder auf Reisen gehen und werde das auch selber finanzieren müssen. Also: warum Zeit verschwenden und warum nicht das Notwendige (Praktikum) mit dem, was ich Liebe (reisen) und dem Wunsch etwas wirklich Sinnvolles zu tun (Menschen in Not unterstützen) verbinden?

Meine ersten Fragen waren: „wo will ich eigentlich hin und was will ich machen?“ Nachdem ich ein bisschen recherchiert hatte, wurde mir schnell klar, dass es zu teuer werden würde, mit einer der bekannten Organisation ins Ausland zu fahren, um dort als Volontär zu arbeiten. Also musste ich all meine Kontakte nutzen und am Ende kam meine Mam mit der Lösung. Eine gute Freundin von ihr, Kira Kay hatte vor vielen Jahren eine Organisation gegründet namens „Hands with Hands“, die verschiedene soziale Projekte in Nepal aufgebaut hat. Wenn mir jemand weiterhelfen könne, dann sie. Also schrieb ich eine e-mail an Kira. Ich schilderte ihr mein Anliegen und fragte sie, ob sie mir irgendwie weiterhelfen könne. Ich hatte gar nicht die Intention direkt bei ihr anzufragen, doch sie bot mir prompt an, dass ich doch mit ihr nach Nepal gehen könnte, um dort ihre verschiedene Projekte zu besuchen und dort mit zu helfen. Ich war so überwältigt, dass sie mir einfach dieses Angebot gemacht hat, obwohl ich noch nicht mal eine Bewerbung o.ä. geschickt hatte. Ich willigte sofort ein, ohne wirklich viel darüber nachgedacht zu haben, in was für ein Land ich da eigentlich fliegen würde. Vor der Abreise bekam ich allerdings einige Aufgaben, um mich vorzubereiten. Darunter verschiedene Summarys über Nepal zu schreiben. So bekam ich einen Ersten Eindruck, auf was ich mich da eigentlich eingelassen hatte.

Nepal – superkurz vorgestellt

Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt, liegt zwischen China und Indien. Erst 2008 wurde in Nepal die Republik ausgerufen. Davor war Nepal ein Königreich, das sich bis 2006 noch im Bürgerkrieg gegen die Monarchie und das hinduistische Kastensystem befand.

Eines der größten Merkmale Nepals ist der Mount Everest. Der größte Berg der Welt. Die führenden Religionen in Nepal sind der Buddhismus und der Hinduismus. Man spricht hier Nepalesisch aber dadurch, dass in der Schule die meisten Fächer auf Englisch unterrichtet werden, sprechen die meisten Menschen auch gut Englisch.

Letztes Jahr erschütterte Nepal eines der stärksten Erdbeben, die jemals gemessen worden sind. Dementsprechend war und ist der Schaden sehr hoch und viele Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Auch die Projekte von Kira sind davon betroffen und viele Schulgebäude und Heime wurden beschädigt, oder komplett zerstört.

Weitere Texte von mir:

Ich habe meine Summarys hier & hier hochgeladen. Also, falls ihr noch mehr Interesse habt, könnt ihr euch diese gerne durchlesen. Sie sind allerdings auf Englisch. Ihr findet diese auch unter Menü&Widgets oben rechts und wenn du meinem Blog folgen möchtest, dann kannst du dort deine E-Mail-Adresse eingeben.

Landkarte der verschiednen Projekte

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Blogeintrag Nr. 8

10.4.16 bis 13.4.16 – Abenteuerfahrt in die Region von Talamarang

Heute hieß es um 4:30 Uhr aufstehen und bereit machen für einen 3-tägigen Ausflug nach Talamarang. Um 6 Uhr standen wir auf dem Parkplatz des Hotels und warteten auf den Jeep samt Fahrer. Nach ca. 40 Minuten kam er dann auch endlich.

Wir machten uns auf den Weg um Neel, seine Frau und Melanie abzuholen. Als dann alle im Auto saßen und wir auf dem Weg waren, hielten wir noch einmal am Rand der Stadt an, um einen Freund und Schützling von Neel einzusammeln. Wir waren also zu sechst mit dem Fahrer 7 Menschen in einem Jeep. Wir Frauen quetschten uns auf die Rückbank. Dann ging es los. Nach 2 Stunden machten wir eine Lunch-Pause. Danach ging es auf die richtig holprigen Straßen, die zum größten Teil ungeteert sind. Dazu kam noch, dass es eine beidseitig befahrene Straße war, auf die allerdings nur ein Auto passt. In Talamarang angekommen, machten wir nur einen kurzen Halt, um nach dem Weg zu fragen. Der Plan war ein paar Schulen in den abgelegenen Dörfern zu besuchen, die nach finanzieller Unterstützung suchten. Als erstes fuhren wir nach Temple , Thanpalkot, Sindhupalchok. Wir brauchten ca. 4 Stunden um den Berg mit dem 4×4 zu erklimmen. Am Ende befanden wir uns auf einer Höhe von 2500-3000 Metern. Auf dem Weg blieben wir ein- / zweimal stecken und jedes mal, wenn uns ein Auto entgegen kam und wir ausweichen mussten, bin ich fast gestorben! Neben der Straße ging es einfach so weit nach unten!

Melanie erzählte uns eine ihrer abenteuerlichen Geschichten, in dem ein Bus auf dem sie saß, eine der Klippen hinab gestürzt war und dann glücklicherweise in einem Baum hängen blieb. Sie selber saß auf dem Dach und konnte noch rechtzeitig abspringen. Auch ihre Kommentare, wie „oh an der Stelle will man aber nicht gerade abstürzten“ (an einer besonders steilen Stelle) waren wenig hilfreich … wobei das eigentlich gelogen ist, denn sie lockerten die Stimmung irgendwie auf. Und ich war mal wieder an dem Punkt, an dem ich die Kontrolle einfach abgab und in das Leben und das Universum vertraute.

Eine ganzes Dorf sucht Unterstützung für ihre Schule – für ihre Kinder

Als wir in dem Dorf ankamen, wurden wir gleich von einer Horde kleiner Kinder begutachtet. Ein Mann auf einem grünen Motorrad kam und begrüßte uns. Er zeigte uns ein wenig umher und lud uns dann zum Essen ein. Nach dem Essen gingen wir runter zur Schule, wo sich bereits das halbe Dorf versammelt hatten. Da alle außer mir der nepalesischen Sprache mächtig war, oder sie zu mindestens verstanden, wurde fast die ganze Zeit auf nepalesisch gesprochen. Wir wurden einer nach dem anderen mit Namen und Nationalität aufgerufen und bekamen ein Willkommensband umgehängt. Wir saßen auf einer Bank und alle Menschen schauten uns an. Es wurde eine Rede gehalten von der ich allerdings nichts verstand. Alles weitere wurde auf nepalesisch besprochen und ich hab nur durch die kurzen Übersetzungsfetzen, die ab und zu fielen, mir eine Ahnung aneignen können, worum es ging.

Als wir dann zu einem anderen Schulgebäude, was gerade noch repariert wurde (Schäden von dem Erdbeben) gebracht wurden und in einem der Räume von mehreren Lehrern erwartet wurden, fing ich langsam an zu verstehen. Die Bewohner des Dorfes fragten nach Computern für ihre Schule, die sie sich nicht leisten konnten. Sie zeigten und erzählten uns was sie bisher schon alles taten, um die Lehrer überhaupt bezahlen zu können. Beispielsweise betrieben sie eine Fischfarm und machten aus „Müll“ (Recycling) Körbe und Untersetzer, die sie dann verkauften. Eine geniale Idee. Die ganze Atmosphäre in diesem Dorf stimmte einfach. Die Menschen waren super freundlich und was sie aus ihrem Dorf alles rausholten war einfach nur wunderschön. Ganz davon abgesehen, was für eine wunderbare Aussicht man dort oben genießen konnte.

Alle waren begeistert und ich glaube das sowohl das“ Team Nepal“( die Organisation von Melanie&Neel) als auch „Hands with Hands“ sich auf eine Zusammenarbeit mit diesen Menschen freuen.

Weitere Projekte – und wunderbare Momente

Auf dem Rückweg nach Talamarang wurden wir Zeuge eines wunderschönen Sonnenunterganges und ganz in der Ferne konnte ich die ersten Eisspitzen der riesigen Berge sehen. Leider war die Sicht nicht klar genug, als dass ich gute Fotos hätte machen können.

In Talamarang angekommen fuhren wir noch ein Stück den Berg hinauf zum Kinderheim von „Team Nepal“. Melanie und Neels Organisation. Wir wurden super herzlich begrüßt, doch leider war es schon dunkel, so dass ich bis zum nächsten Morgen warten musste, um zu den Namen auch die passenden Gesichter kennenzulernen.

Am nächsten Tag ging es allerdings schon um 7 Uhr wieder los. Wir hatten vor, noch 3 weitere Schulen zu besichtigen. An zwei der drei Schulen trafen wir Lehrer an und an einer sogar Schüler, obwohl zur Zeit Schulferien sind. An der anderen Schule war allerdings niemand. Diese Schulen werden bereits unterstützt und sie wollten sich wohl nur von den Fortschritten überzeugen.

Melanie und ich eroberten dann noch den Kofferraum und Unterhielten uns recht viel. Sie inspirierte mich und gab mir neue Motivation weiter nach dem zu suchen was ich später mal machen möchte und eventuell werden will! Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Sie selber kam mit 17 das erste mal nach Nepal und gründete zusammen mit Neel ihre Organisation „Team Nepal“(Link).

Nach einer Weile hielten wir an einem Haus. In diesem lebte anscheinend noch ein Freund von Neel, der eine Fischfarm betreibt. Wir stiegen aus und guckten uns diese an.

Neel fing uns ein paar Fische und wir liefen die Straße ein Stück weiter nach oben. Dort stand ein Haus, was ebenfalls Bekannten von Neel gehörte und wir beschlossen bei ihnen unsere Lunch-Pause zu machen. Als wir in den kleinen Hinterhof/Garten gingen fühlte ich mich sofort wie in einem kleinen Paradies. Dort stand eine kleine Stroh und Bambushütte direkt neben dem Fluss. Es gab auch eine Schaukel und Bäume die farbenfrohe Blüten trugen. Um diesen Moment für mich noch mal zu verinnerlichen, setzte ich mich alleine auf die Schaukel und hörte Musik. Es war mir in diesem Moment relativ egal, ob das als unhöflich betrachtet wurde. Manchmal brauche ich einfach Momente, die nur mir gehören und in denen ich mich in meine“Welt“ zurück ziehe. Das geht halt am besten mit Musik. Die Musik hat für mich eine sehr große Bedeutung und ist ein Teil meines Lebens, ohne den ich nicht sein könnte.

Jedenfalls wurde ich dann irgendwann zum Essen gerufen. Neel hatte beim Kochen geholfen und verwöhnte uns mit seinen unglaublichen Speisen. Vor allem der frische Fisch war unwahrscheinlich lecker! Am Ende platzten wir alle aus allen Nähten. Glücklicherweise fuhren wir nicht direkt weiter, sondern blieben noch für ein paar Stunden sitzen und unterhielten uns. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich den Rest meiner Zeit in Nepal an diesem Ort verbringen können. Das rauschen des Flusses, die frische Luft und die wunderschöne Aussicht waren einfach so friedvoll und entspannend. Doch irgendwann musste der Zeitpunkt kommen an dem es hieß, wir fahren zurück.

Juhu – eine Deutsche!

Im Heim angekommen nahm ich mir einen Moment um ein paar Stichpunkte in mein Tagebuch zu schreiben. In dem Kinderheim waren, war noch ein Volontär-Mädchen aus Deutschland da. Vivi, ebenfalls 21 Jahre alt kommt aus Freiburg. Wir verstanden uns gleich ganz gut und ich muss sagen, dass ich echt froh war mal wieder etwas deutsch reden zu können. Ansonsten rede ich hier nur englisch. Es endete darin, dass wir den ganzen Abend und die halbe Nacht quatschten. Sie erzählte mir viele Geschichten von ihren zahllosen Reisen. Sie reist seitdem sie 18 ist und war für 27 Monate am Stück unterwegs. Dann musste sie wieder nach Hause, um Geld zu verdienen und ist nun seit 3 Monaten wieder unterwegs. Ihre Geschichten und ihre Weltansicht haben mich ebenfalls sehr bewegt und inspiriert. Es tat gut jemanden zu haben, dem ich all meine Fragen stellen konnte, die ich schon eine Weile mit mir rumtrug, aber nie eine zufriedenstellende Antwort erhielt. Beispielsweise hatte ich schon oft erwähnt, wie sehr ich mich in die Klamotten der Frauen hier verguckt hatte und ich mich immer gefragt hatte, woher sie diese bekamen. Kira meinte dann immer nur dass ich schon noch die Gelegenheit bekäme mir welche zu kaufen. Vivi erzählte mir dann, dass man sich hier die Stoffe kauft und diese dann zum Schneider bringt, der sie einem dann näht. Ich hatte mir so was in der Art schon gedacht und war froh als sie mir erklärte wie das normalerweise abläuft. Jetzt kann ich es kaum erwarten endlich nach Pokhara zufahren, um mir selber einen Riesen Haufen dieser wunderschönen Kleider machen zulassen.^^

Am nächsten Tag ging es erst gegen 8 Uhr weiter. Ich verabschiedete mich von Vivi und den Kindern. Dann ging es weiter. Melanie und ich saßen mal wieder im Kofferraum und redeten. Ab und zu schwiegen wir uns auch an, was mit ihr allerdings nicht merkwürdig war. Auf dem Tagesplan stand noch eine weitere Besichtigung einer Schule in einem Dorf etwas weiter weg. Der Weg wurde nach zwei Dritteln versperrt von zwei großen Trucks. Der eine davon war wohl Kaputt gegangen, also machten wir uns zu Fuß auf den 4,5 Kilometer langen Weg bergauf. Einer der Freunde von Neel, den wir auf dem Weg noch eingesammelt hatten, rief der Weil oben im Dorf an und 10 Minuten später kam uns ein Motorrad entgegen. Kira war die erste, die mitgenommen wurde. Der Rest von uns lief weiter, bis ein zweiter junger Typ auf seinem Motorrad ankam. Diesmal sollte ich mitfahren. Ich stieg also auf und die Fahrt ging los. Über Stock und Stein und durch extrem weichen Sand..Während der Fahrt unterhielten wir uns, was ganz gut war, weil es mich ein wenig von manchen etwas beängstigenden Situation ablenkte. Aber um ehrlich zu sein fand ich es extrem aufregend und ich hatte eine Menge Spaß. Diese Art von Straßen sind mir auch nicht fremd. In Australien bin ich schon öfter mit dem Auto oder dem Quadt über Sanddühnen, durch Wasser oder über Felsen gefahren bzw geklettert.^^

Dazu muss man auch noch sagen das mein Fahrer super Rücksichtsvoll und vorsichtig fuhr. Er fragte mich regelmäßig, ob alles okay sei. Oben angekommen zeigte er mir den Weg zum Schulgebäude wo Kira bereits wartete.

Wir wurden in einen der Klassenräume geführt und setzten uns. Wie immer wurden wir von allen Seiten angestarrt. Daran werde ich mich glaube ich nie gewöhnen können. Ich bin eigentlich ein Mensch der lieber Unsichtbar bleibt. Doch ich glaube das es auch eine gute Übung für mich ist mal im „Mittelpunkt“ zu stehen.^^

Nicht jedes Projekt wird unterstützt

Als dann auch Melanie und Neel ankamen, fingen die Reden und Diskussionen an. Alles auf nepalesisch versteht sich. Doch man konnte spüren wie die Stimmung in dem Raum immer mehr kippte. Zwischendurch fragte ich Melanie was los sei und sie erzählte mir, dass die Menschen hier Geld für die Bezahlung der Lehrer und Farbe für das Schulgebäude brauchten, doch Kira der Meinung sei, dass das Gebäude nicht Erdbeben sicher ist und sie es deshalb nicht verantworten kann und unterstützen will. Ihr Vorschlag war, die Schule woanders neu und sicher zu errichten. Doch die Meinungen der Dorfbewohner und Lehrer seien sehr geteilt, weshalb sie gerade diskutierten. Im Vergleich zu dem aller ersten Dorf, was wir besichtigt hatten, war dieses das genaue Gegenteil. Die Menschen wirkten skeptisch und alle fühlten sich nicht gut dabei diesen Menschen einfach Geld zugeben, bei dem man sich nicht sicher war wofür es am Ende ausgegeben werden würde. Die Ideen und der Elan waren nicht so richtig vorhanden. Klar gab es ein paar Junge Menschen dort, denen man ansehen konnte, dass sie wirklich etwas verändern wollen, doch diese wurden von den älteren gebremst und so hatte das anscheinend keinen Sinn.

Essen mit den Händen?!

In der Zeit in der wir da in diesem Klassenraum herum saßen und uns die Diskussionen anhörten, hatten die anderen es geschafft mit dem Jeep zum Dorf zu fahren. Nach einem kurzen Lunch, bei dem ich ausgelacht wurde, weil man hier normalerweise mit der rechten Hand isst und als ich dort auch anfing mit meiner Hand zu essen, brachen die meisten in Gelächter aus. Scheinbar fanden die Bewohner es sehr amüsant, ein „weißes Mädchen“ mit Händen essen zusehen. Nachdem mir ein Löffel gebracht wurde und ich weiter aß, beobachtete ich, wie alle anderen anfingen mit ihren Händen zu essen. Da kam ich mir etwas ungerecht behandelt vor, aber musste dabei auch schmunzeln und nahm es mit Humor.^^

Danach machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Kathmandu.

Licht- und Schattenseiten

Auf dem Rückweg blieben wir an der selben Stelle stecken wie auf dem Hinweg. Diesmal war es ein Unfall, bei dem allerdings niemand verletzt wurde. Die Bremsen des Trucks hatten wohl versagt und dieser war dazu noch zu schwer beladen, um den sandigen Weg hoch zu kommen. Irgendwie hatte ein Trecker mit Anhänger es noch geschafft sich an der Front mit dem Truck zu verkeilen. Also wurde ein Riesen Bagger vom Straßenbau geholt, der die Situation mit einer meisterhaften Glanzleistung bewältigte. Allerdings brauchte das ganze ca. 3 Stunden. In meiner Langeweile setzte ich mich einfach an den Rand der Straße in den Sand und fing an, das Spiel mit den Steinen zu üben. Ich fühlte mich dabei wie ein kleines Kind, das im Dreck spielt.^^ Und um ehrlich zu sein, erinnert mich Nepal sehr oft an meine Kindheit und weckt das „innere Kind“ in mir. Diese ganzen selber gestalteten Gärten und Hütten, alles aus Materialien, die die Natur und Umgebung so zu bieten hat, das Mit-den-Händen-essen und das an der frischen Luft sein und sich Spiele ausdenken, sind alles Dinge, die ich früher als Kind gerne gemacht habe.^^ Es gelingt einem hier wirklich aus unserer Bürokratenwelt zu entfliehen und noch einmal Kind zu sein, wenn man sich denn darauf einlässt. Doch man wird auch oft wieder daran erinnert, dass die Menschen hier kein einfaches Leben führen. Man sieht häufig alte Menschen oder kleine Kinder Sachen schleppen, für die ich wahrscheinlich viel zu schwach bin. Und man will gar nicht über die Entfernungen nachdenken, die sie mit dieser Last zurück legen. Auch begegnete uns auf dem Rückweg ein kleines Mädchen, das körperlich sehr beeinträchtigt war, wie es durch den Dreck robbte. Das war kein leichter Anblick. Ich kann mir vorstellen, dass man hier keine guten Chancen hat, wenn man körperlich so beeinträchtigt ist. Schließlich ist es hier überlebenswichtig körperlich fit und gesund zu sein.

Als wir dann endlich wieder in Kathmandu ankamen, war ich heilfroh, endlich aus diesem Auto auszusteigen! Mein Hintern tat weh und ich war von oben bis unten staubig und dreckig. Wie sehr ich mich auf eine Dusche und ein Bett freute.

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Die beiden darauf folgenden Tage gab Kira mir frei, um mich zu erholen. Und das tat ich auch. Nur Donnerstag Abend waren wir bei Neel zu einem Abschiedsessen für Melanie eingeladen. Als ich mich dann von ihr verabschiedete, weil sie am nächsten Abend wieder nach Neuseeland flog, bedankte ich mich bei ihr für all die spannenden und inspirierenden Gespräche.

Blogeintrag Nr. 7

9.4.16 – die Erde bebt

Ich sitze mit meinem Laptop unten an der Rezeption, weil ich dort besseren Internetempfang habe, schreibe und höre dabei Musik. Plötzlich fängt die Bank auf der ich sitze an zu zittern. Ich bin überrascht und denke im ersten Moment, dass ich auf einem Generator o.ä., der gerade angeht, sitze. Beim Abendessen fragt mich Kira ob ich das Beben auch gespürt hätte… Da hab ich einfach mal mein erstes Erdbeben miterlebt! Im Nachhinein, wenn ich darüber nachdenke, erscheint es mir irgendwie so unwirklich. Hätte ich nicht Musik gehört, hätte ich auch das Geräusch der Erdplatten, die sich da übereinander geschoben haben gehört. Es soll wohl relativ laut gewesen sein. Dieses Beben hatte allerdings nur eine Stärke von 4,5 was hier auch als „Aftershock“ und nicht als „Earthquake“ bezeichnet wird. Wir haben es nur so doll gespürt, weil es direkt unter Kathmandu stattfand. Es ist nichts passiert und ich habe jetzt eine klitze kleine Vorstellung bekommen, zu was die Natur alles in der Lage ist. Krass!

Blogeintrag Nr. 6

5.4.16 – Der Tag, an dem ich mich 2x in Kathmandu verlief

Ich lief zusammen mit Kira in die Stadt, weil ich mir ein paar Läden angucken wollte, um eventuell etwas zu kaufen. Ich hatte Kira gefragt was so der normale Preis für Klamotten und Tücher ist, damit ich eine Vorstellung bekam und eine Orientierung, um mich nicht komplett abziehen zu lassen. Sie stellte mir daraufhin einen Freund vor, der einen Laden in der Stadt besitzt, in dem er Tücher und Stoffe verkauft. Wir tranken also Tee und quatschten so vor uns hin. Ich fragte ihn dann nach den Preisen und er zeigte mir daraufhin erst mal die verschiedenen Qualitäten der Stoffe und Tücher und meinte, dass es davon abhinge. Die guten Kaschmir-Tücher würde er normalerweise für 6000-8000 Rupie verkaufen, doch da ich eine gute Freundin von Kira sei und wir uns so gut verstanden, würde er mir einen Rabatt von 50% geben. Somit hätte er noch einen kleinen Gewinn für sein Geschäft gemacht und ich einen guten Preis bekommen (umgerechnet ca. 25-30Euro).

Ich wollte trotzdem erst noch mal weiter schauen und gucken, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ich verabschiedete mich und lief – super gut gelaunt und motiviert – los …. und verlief mich sofort! Ich dachte mir: “okay, dann guck ich einfach mal, wo mich meine Beine hintragen. Kein Grund schlechte Laune oder Panik zu bekommen.” Ich lief also immer weiter und weiter und irgendwann landete ich einer Umgebung, die mir irgendwie ein komisches Bauchgefühl bereitete. Mindestens 2-3 Kinder kamen zu mir, um nach Geld zu betteln, was mir zuvor noch nie passiert war. Und ich wurde extrem komisch angeguckt von jedem, an dem ich vorbei lief. Kurzerhand entschloss ich mich kehrt zu machen und zurück zu laufen. Um mich zu beruhigen, machte ich meinen MP3-Player an und verschwand in meiner eigenen Welt. Musik gibt mir in solchen Situationen irgendwie immer das Gefühl von Sicherheit und es gelingt mir die unangenehmen Dinge in meiner näheren Umwelt auszublenden. Also in diesem Falle ging es um meine Unsichtbarkeit. Das hört sich vielleicht etwas naiv und kindisch an, aber in dem Moment hat es mir sehr geholfen! Also lief ich für eine gefühlte Ewigkeit (1-2 Stunden) umher. Bis ich an einer mir bekannten Kreuzung vorbei kam. Ich war so erleichtert doch auch ziemlich unzufrieden mit mir. Schließlich wollte ich bummeln gehen und nicht durch irgendwelche gruseligen Gassen hetzen. Also entschloss ich mich, mein Glück ein weiteres mal heraus zu fordern und nicht zurück zum Hotel zu laufen, sondern wieder Richtung Thamel (Stadtcenter). Doch ich verlief mich ein weiteres mal. Diesmal war es allerdings nicht so schlimm. Nach einer weiteren Stunde des Umhersuchens gelangte ich dann wieder an diese Kreuzung und beschloss, dass es genug für diesen Tag war. Ich lief zurück zum Hotel, diesmal ohne mich vorher zu verlaufen! Der Tag hatte mich auf jeden Fall erschöpft, aber ich wusste auch, dass ich das nicht so auf mir sitzen lassen konnte.

Also lief ich, nach einiger Überwindung, zwei Tage später wieder alleine in die Stadt. Ich steckte mir diesmal nur ein kleines Ziel, und zwar den großen Supermarkt zu finden, um Schokolade und Wasser zu kaufen. Diesmal fand ich den Weg sofort.

Auf dem Rückweg machte ich an ein paar Läden halt, um mir die Sachen anzugucken, mit den Besitzern etwas zu quatschen und um eine Übersicht über die Preise zu bekommen. Dabei lernte ich Saru kennen, ein 22 Jahre altes Mädchen, das in einem der Shops arbeitet. Sie lernt zur Zeit Deutsch und war ganz wild darauf mit mir auf deutsch zu reden. Also blieb ich eine Weile bei ihr und ihrem Bruder, dem der Laden gehört und wurde zum Tee eingeladen. Ihr deutsch war gar nicht mal so schlecht und mit einem Mix aus deutsch und englisch konnten wir uns recht gut verständigen. Am Ende tauschten wir Email Adressen und Facebook Kontakte aus. Wir schreiben uns immer noch ab und zu – natürlich auf deutsch, damit sie üben kann.

Seitdem fühle ich mich sicherer und gehe inzwischen recht gerne alleine in die Stadt. Nur die Geräuschkulisse macht mir immer noch sehr zu schaffen und ich halte es ohne Musik nicht lange aus.

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Blogeintrag Nr. 5

4.4.16 – ein neues Projekt … und …. die arrangierte Ehe

Das Highlight dieses Tages war das Abendessen bei einem guten Freund von Kira Sibjan und seiner Frau Sangita. Sibjan gründete eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat in den Dörfern Nepals den Menschen einen richtigen und guten Umgang mit der Technologie beizubringen. Beispielsweise, dass ein Handy nicht nur zum Telefonieren geeignet ist, sondern dass man damit auch hilfreiche Informationen zum richtigen Zeitpunkt aufrufen kann. Es ist ein super tolles Unternehmen und wenn ihr Lust habt auch dieses Projekt zu unterstützen oder euch näher damit auseinander zu setzen, hier der Link zur Facebookseite, da die Website gerade ausser betrieb ist. Es gab mal wieder unschlagbar leckeres Essen und wir erzählten viel. Kira hatte mir schon vorher erzählt, dass die beiden erst seit drei Jahren verheiratet sind – und zwar wurde ihre Hochzeit arrangiert. Das ist hier sehr üblich und es werden immer noch um die 90% der Hochzeiten von den Familien arrangiert. Eine Sache, die für mich persönlich sehr befremdlich ist. Ich bin komplett anders aufgewachsen. Meine Eltern sind nach über 28 Jahren Beziehung immer noch nicht verheiratet und ich glaube auch nicht, dass das jemals noch passieren wird.^^ Was ich aber auch nicht schlimm finde, weil es mir zeigt, dass man keine Ehe braucht, um miteinander glücklich zu sein. Jedenfalls war ich ziemlich neugierig, wie die beiden so miteinander sein würden. Ich muss sagen, dass sie wirklich gut zusammen passen. Beide sind erst Anfang 30 und wirken auf mich sehr verliebt. Und das obwohl sie sich vor ihrer Hochzeit gar nicht richtig kannten. Kira sprach das Thema beim Abendessen auch an und ich hatte erst die Befürchtung, dass es nicht angebracht sei oder wir ihnen damit zu nahe treten würden. Doch sie waren beide sehr offen und fingen sofort an zu erzählen.

Es ist so, dass die Familie sich auf die Suche nach einem passenden Partner machen. Hierbei schauen sie genau darauf, dass alles passt. Schließlich soll die Ehe ein Leben lang halten. Sie gucken also ob die beiden einen ähnlichen Hintergrund haben und gleiche Interessen teilen. Dieser Prozess des Kennenlernens der beiden Familien kann sich über Monate hinweg ziehen. Allerdings dürfen sich die beiden, um die es sich dabei dreht, nicht persönlich kennenlernen. Es sind also nur deren beiden Familien, die sich untereinander austauschen. Sie selber bekommen ein erstes Bild von der jeweils anderen Person durch ihre Familien. Am Ende wird dann (meistens der Mann) zu einer Art Familienfeier o.ä. Eingeladen, bei der die künftige Braut ebenfalls „zufällig“ erscheinen wird. Das dient dazu, dass sich die beiden aus der Ferne schon einmal „beliebäugeln“ können. Wenn beiden gefällt was sie sehen, wird die Hochzeit geplant. Doch wenn einer von beiden sich nicht gut dabei fühlt oder aus irgendeinem Grund diese Hochzeit nicht möchte, steht es beiden jederzeit frei, nein zu sagen. Wenn während der Ehe etwas schief läuft und einer der beiden oder beide unglücklich sein sollten, haben sie die ganze Unterstützung ihrer Familien, die hinter ihnen stehen.

Es gibt in Nepal auch die Möglichkeit aus Liebe zu Heiraten, doch muss man dazu sagen, dass die meisten Scheidungsfälle hauptsächlich bei den Paaren auftreten, die aus Liebe geheiratet haben.

Ich konnte es irgendwie gut nachvollziehen und glaube, dass unsere Gesellschaft etwas daraus lernen könnte. Wir neigen doch sehr schnell dazu unsere Partner zu wechseln, sobald sich einer von beiden verändert, anstatt nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen oder sich gemeinsam zu verändern. Auch dass Kompromisse notwendig sind um auf lange Sicht eine Partnerschaft möglich machen zu können, scheinen wir im Westen eher als ein Aufopfern zu empfinden. Das ist, wenn man mal genauer darüber nachdenkt echt traurig und schade. Einfach mal das wertschätzen, was man hat und aufhören über das nachzudenken, was man noch alles haben könnte. Im Endeffekt trifft man doch immer nur Entscheidungen und jede hat ihre Schatten- aber auch ihre Sonnenseite.

Ich kann mir für mich zwar immer noch keine arrangierte Ehe vorstellen, doch ich verstehe die Idee dahinter und finde sie auch gar nicht mal so verkehrt… Schließlich kennen mich meine Freunde und meine Familie wirklich am besten… Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mich sogar besser kennen als ich mich selbst und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie eine menge Spaß dabei hätten mir einen „Partner“ auszusuchen.^^

Dieses Gespräch hat mir eine ganz andere Sicht auf dieses Thema der arrangierten Ehe gegeben und ich werde und habe auf jeden Fall etwas daraus mitgenommen.

Dieser Abend mit seinen spannenden Gesprächen wird mir als einer meiner bisherigen Lieblingsabende in Erinnerung bleiben und ich bin den beiden super dankbar für ihre tolle Gastfreundschaft und die Offenheit mit der sie mir begegnet sind. Danke Sibjan und Sangita für diesen wundervollen Abend!

Blogeintrag Nr. 4

3.4.16- Hotel mit wunderbarer Aussicht

Am nächsten Morgen hatten wir eine Verabredung mit einem weiteren Freund von Kira namens Birendra.

Er zeigte uns sein Hotel in den Bergen etwas außerhalb von Kathmandu. Ihm war Kiras Meinung zu dem Hotel wichtig und er wollte von ihr wissen, ob sie es an Freunde weiter Empfehlen würde. Das Hotel war wunderschön, doch leider nicht sonderlich erdbebensicher. Allerdings scheint es ein perfekter Ort für Tagesveranstaltungen zu sein und von dort hat man eine wundervolle Aussicht!

Er lud uns dort auch zum Essen ein und wir hatten ein paar nette Gespräche. Am Ende gab er mir noch seine Karte. Falls irgendwas sei könne ich ihn jeder Zeit anrufen oder schreiben. Und falls ihr jemals nach Nepal kommt und irgendwas braucht ist er euer Mann! Sei es ein Taxi, Jeep, Bus oder Hotel. Birendra hat die Kontakte hier und kann einem so gut wie alles organisieren.

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Blogeintrag No. 3

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2.4.16 – Kinderheim „Sipadol“ in Bhaktapur

Am 2.4.16 fuhren wir nach Bhaktapur, um das Kinderheim „Sipadol“ zu besuchen.

Ich freute mich sehr, endlich ein paar Kinder kennen zu lernen und einen ersten Eindruck von dem zu bekommen , wo und wie ich bald arbeiten würde. Die Fahrt dort hin war sehr schön. Endlich raus aus der Stadt und die wundervolle Landschaft genießen. Unterwegs hielten wir noch kurz an einem lokalen Markt, um Obst für die Kinder zu kaufen. Ich machte heimlich ein , zwei Fotos, aber ich wollte nicht unnötig viel Aufmerksamkeit auf mich ziehen, weil das keine Touristengegend war.

Am Kinderheim angekommen wurden wir super herzlich begrüßt. Wir bekamen eine Blumenkette, wurden gesegnet und jedes der Kinder gab uns eine Blume (Rhododendron, ist die Nationalblume Nepals), die sie uns dann zu einem Strauß banden. Dann gab es Tee und Essen. Kira und ich bekamen Besteck zum essen, doch alle anderen aßen mit ihrer (rechten) Hand, was hier so üblich ist.

Ich ließ die ganze Situation erst einmal auf mich wirken und beobachtete nur. Kira hatte mich im Vorfeld vorgewarnt, dass dieses Kinderheim vom Erdbeben schwer betroffen war. Die zwei Häuser sind zur Zeit noch in Reparatur, weshalb die Kinder in Zelten leben.

Der erste Eindruck war sehr gut. Man kann den „Lebensstandart“ zwar nicht mit dem in Deutschland vergleichen, doch mir machte das nichts aus. Die Energie und Atmosphäre war so herzlich, dass es für mich komplett egal war, dass die Küche keinen Herd hat und die Frauen dort auf dem Boden kochen oder dass man in den Zelten eben auf dem Boden sitzt und es dort keine Stühle o.ä. gibt. Ich war einfach nur neugierig und fasziniert, mit wie „wenig“ die Menschen hier auskommen. Auf mich machten sie keineswegs den Eindruck, als ob sie damit unzufrieden oder unglücklich sind. Ganz im Gegenteil: alle wirkten zufrieden mit dem, was sie haben.

Nach dem Essen machte Kira einen kleinen Rundgang, um sich die Häuser anzugucken und sich auf den neusten Stand bringen zulassen.

Ich blieb in der Küche um ein wenig in mein Tagebuch zu schreiben. Nach einer Weile kam der kleine Suresh zu mir und fing an, mir lauter Fragen zu stellen. Damit war das Eis gebrochen. Ich setzte mich zu den Kindern an den Tisch und nach einer Weile fragte ich zwei der Jungens ,ob sie nicht Lust hätten, mir eine kleine Rundführung zu geben. Sie zeigten mir mit großem Eifer die Zelte und das , was vom Haus noch übrig war und gerade repariert wurde. Ich fand es sehr erschreckend, wie schlimm die häuser beschädigt wurden. Mann konnte die langen Risse sehen und an einigen Stellen waren die Häuser eingestürzt. Ein Glück befand sich damals niemand im Haus, als die Erde anfing zu beben! Wir gingen bis nach ganz oben aufs Dach.Ich hatte ein bisschen angst bis nach ganz Oben zulaufen, doch wollte mir die Aussicht auf keinen Fall entgehen lassen.

Nachdem die Jungs entschieden das sie fertig seien mit ihrer Rundführung, boten sie mir an mich zu den Mädchen in das Zelt zum Lernen zu setzten. Ich setzte mich also zu den Mädchen, die mich dann auch gleich fragten, ob ich ihnen nicht eine Horrorgeschichte erzählen könne…. hm…. mein erster Gedanke war: was ist denn eine Horrorgeschichte für euch? Ich glaube nicht, dass wir die selben Vorstellungen von einer Gruselgeschichte haben..Außerdem fiel mir dann natürlich auch keine ein. Vor allem nicht auf Englisch. Ich schaffte es irgendwie , mich raus zu reden.^^

Fast alle Kinder hier sprechen gutes Englisch und ich bin mir sicher, dass Sie alles verstehen. Allerdings reden sie untereinander Nepalesisch. Dadurch kann ich den Konversationen nicht immer folgen, aber das macht mir bei den Kindern nichts aus.

Ein paar der jüngeren Mädchen versuchten mir dann ein Spiel beizubringen. Dazu braucht man einfach nur 5 Steine. Bis heute habe ich es noch nicht richtig verstanden und jedes mal, wenn ich da bin gucke ich ihnen zu und übe. Es geht hauptsächlich darum, die Steine auf alle möglichen Arten und Weisen zu fangen. Am besten zeige ich euch ein Video , wenn ich wieder da bin. Anders kann ich es zur Zeit nicht erklären.^^

Abends fuhren wir wieder zum Hotel.

Ich ließ den Tag noch mal revue passieren und stellte fest, wie warm mir ums Herz wurde wenn ich an diesen wunderbaren Tag dachte. Diese wunderbare große Familie kennenlernen zu dürfen, fühlt sich an wie ein Geschenk. Am Anfang hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass mich die Schicksale der Kinder fertig machen könnten und ich Mitleid mit ihnen haben würde … doch sie dann in Action zu sehen und zu beobachten, wie sehr sie für einander da sind, lies mich feststellen, dass diese Kinder etwas besitzen, was in unserer Kultur mehr und mehr verloren gehen zu scheint. Der Zusammenhalt in der Familie – auch wenn es nicht die leibliche ist.